(1) Die Klöster Loccum und Amelungsborn dienen als Körperschaften des öffentlichen Rechts kirchlichen Zwecken innerhalb der Landeskirche.

(2) Die Klöster ordnen und verwalten ihre Angelegenheiten selbständig im Rahmen des geltenden Rechts. Sie geben sich eine Klosterverfassung, die der Genehmigung durch das Landeskirchenamt bedarf.

(3) Die Klöster stehen unter der Aufsicht des Landeskirchenamtes. Für die Wahrnehmung der Aufsicht gelten die Bestimmungen über die allgemeine Aufsicht gegenüber den Kirchenkreisen entsprechend. Die Bestimmungen über die kirchenaufsichtliche Genehmigung von Beschlüssen und Erklärungen des Kirchenkreisvorstandes finden keine Anwendung.

(4) Die Klöster bestehen jeweils aus Abt, Prior und Konventualen. Diese werden vom Konvent gewählt. Die Wahl des Abtes bedarf der Bestätigung durch den Personalausschuss.

(5) Das Kloster Loccum stellt der Landeskirche Räume für den Betrieb eines Predigerseminars zur Verfügung. Das Nähere wird durch eine Vereinbarung zwischen dem Kloster und der Landeskirche geregelt.

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Erläuterungen zu Artikel 63

In Artikel 63 sind die schon bisher weitgehend identischen Regelungen für die Klöster Loccum und Amelungsborn in einem einzigen Artikel zusammengefasst.

 

 

 

 

Allgemein

Diese beiden Klöster sind aus historischen Gründen kirchliche Körperschaften und stehen daher in einer unmittelbaren, auch rechtlich ausgestalteten Beziehung zur Landeskirche.

Abgesehen von Sonderregelungen der Loccumer Klosterverfassung für das Bischofsamt und für die Leitung des Predigerseminars sind die Klöster Loccum und Amelungsborn derzeit ausschließlich als Männerklöster verfasst. Eine Änderung dieser Praxis soll weder direkt noch indirekt durch die Formulierung der landeskirchlichen Verfassung vorgegeben werden, sondern ggf. einer Entscheidung in den Konventen der Klöster überlassen bleiben. Entgegen der Praxis in den übrigen Artikeln ist Artikel 63 daher nicht in geschlechtergerechter Sprache formuliert.

Der Inhalt von Artikel 63 entspricht weitgehend dem Inhalt, den die Artikel 106 bis 110 und 113 Absatz 1 der bisherigen Verfassung im Jahr 2013 erhalten haben. Im Rahmen dieser Verfassungsänderung wurde der Inhalt der Regelungen über die Klöster Loccum und Amelungsborn bereits deutlich konzentriert. Gegenüber der Fassung von 2013 sind nunmehr beim Kloster Loccum zusätzlich weggefallen:

  • die Vorgabe, dass der Abt und die Konventualen Mitglieder der Landeskirche sein müssen und dass der Abt zusätzlich ordinierter Amtsträger in der Landeskirche sein muss (bisher Artikel 107),
  • die Verfahrensbestimmungen über die Abtswahl bei Ausscheiden eines Abtes, der zugleich Landesbischof war (bisher Artikel 108 Absatz 1 Satz 3 und Absatz 2),
  • die Formvorschriften über die Veröffentlichung der Klosterverfassung im Kirchlichen Amtsblatt (bisher Artikel 110 Absatz 1 Satz 3),
  • die Regelungen über die Vermögensverwaltung und die rechtliche Vertretung des Klosters (bisher Artikel 110 Absatz 3).

Diese Regelungen bleiben künftig der Klosterverfassung überlassen. Das entspricht dem Ziel der Verfassungsrevision, den Text der Verfassung auf Bestimmungen zu konzentrieren, die tatsächlich Verfassungsrang besitzen. Außerdem erlangen die Konvente der Klöster dadurch eine größere Freiheit, die Klosterverfassungen weiter zu entwickeln. Weil die Klöster Loccum und Amelungsborn kirchliche Körperschaften sind, haben diese Klosterverfassungen den Rechtscharakter von Satzungen nach Artikel 72.

Eine Bestätigung von Wahlen in den Klöstern ist künftig nur noch bei der Wahl eines Abtes, nicht mehr bei der Wahl von Konventualen erforderlich. Die Zuständigkeit für die Bestätigung liegt nach dem Wegfall des Kirchensenats beim Personalausschuss (Absatz 4 und Artikel 43 Absatz 1 Nummer 10). Neu in der Verfassung geregelt wurde das Amt des Priors (Absatz 4).

 

 


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1 Kommentar

  1. Art 63 Absatz 4: Konsequent müsste hier auch die weibliche Form sein. Wenn Gender, dann hier!
    Ich weiß, dass es eine Verbindung von Loccum zu den anderen Zisterz. Klöster gibt und darum nur männliche Äbte. Aber: manchmal muss auch Neues gewagt werden.

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