(1) Die Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe nehmen den bischöflichen Dienst in den Sprengeln wahr. Sie übernehmen zugleich gesamtkirchliche Aufgaben und haben Anteil an der Leitung der Landeskirche.

(2) Die Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe wirken in den Gemeinden der Sprengel durch Predigt und Leitung von Gottesdiensten. Sie können diese Aufgaben für sich als Recht in Anspruch nehmen.

(3) Die Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe haben die Aufgabe, zu ordinieren, zu visitieren und Kirchen und Kapellen einzuweihen. Artikel 52 Absatz 3 bleibt unberührt.

(4) Die Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe haben ferner insbesondere folgende Aufgaben:

1. Sie führen Superintendentinnen und Superintendenten sowie Amtsträgerinnen und Amtsträger mit einem Auftrag für den Sprengel in ihr Amt ein.
2. Sie laden zu Generalkonventen, Ephorenkonferenzen und Konferenzen der Diakoninnen und Diakone ein.
3. Sie wirken bei der Prüfung des theologischen Nachwuchses mit.
4. Sie beauftragen Prädikantinnen und Prädikanten.
5. Sie wirken an der Wahl und an den Dienstbeschreibungen der Superintendentinnen und Superintendenten mit.

(5) Zahl und Abgrenzung der Sprengel werden durch Kirchengesetz bestimmt.

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Erläuterungen zu Artikel 55

Die Regelung ist parallel zu den Aufgaben der Landesbischöfin oder des Landesbischofs in Artikel 52 formuliert und zusammen mit dieser Vorschrift zu lesen.

 

 

Absatz 1

Es wird in Absatz 1 Nummer 2 klargestellt, dass der Auftrag, im Sprengel den bischöflichen Dienst wahrzunehmen, Teil eines Auftrags auf landeskirchlicher Ebene ist und dies die Zugehörigkeit zum Bischofsrat als kirchenleitendem Organ begründet.

Absatz 2

Absatz 2 ist entsprechend Artikel 52 Absatz 2 formuliert. Es fehlt allein das Recht, Kundgebungen in Gottesdiensten verlesen zu lassen.

Absatz 3

Absatz 3 ist das Pendant zu Artikel 52 Absatz 3. Satz 2 ruft in Erinnerung, dass die Landesbischöfin oder der Landesbischof dieses Recht an sich ziehen kann.

Absatz 4

Absatz 4 Nummer 1 und 2 entsprechen im Wesentlichen dem jetzigen Artikel 69 Absatz 1 Buchstaben a) und b).

Nummer 3 entspricht der geltenden Praxis und wurde sprachlich angepasst.

Nummer 4 ist entsprechend der Rechtslage neu aufgenommen. Der bisherige Buchstabe d), die Innere und Äußere Mission sowie die kirchlichen Werke und Einrichtungen zu fördern, ist bereits Teil des allgemeinen Auftrags des bischöflichen Dienstes in Artikel 51 Absatz 3 Satz 1. Das Gleiche gilt für den Auftrag der Zusammenarbeit aller Kräfte im Sprengel. Dieses ergibt sich aus Artikel 52 Absatz 2 und 3. Die Mitwirkung an Dienstbeschreibungen für die Superintendentinnen und Superintendenten ist bisher in Artikel 73 Absatz 2 geregelt und entspricht in ihrer neuen Formulierung der geltenden Rechtslage.


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6 Kommentare

  1. Bei allem Verständnis für semantische oder (religions-)historische Betrachtungsweisen:
    Ich halte eine Begriffsbestimmung, mit der die Menschen in unserer Kirche und auch die (noch) nicht Mitglieder sind, etwas verbinden können, für lange überfällig.
    Wenn man die Ebene der Sprengel mit einer ‚Leitung‘ nicht will, dann sollte man sie abschaffen. Dann haben wir das Problem nicht. Die Zahl der Kirchenkreise hat sich ja auch reduziert.

    Wenn sie aber eine Funktion erfüllen, die sinnvoll ist, dann muss die Leitung auch eine Bezeichnung bekommen, aus der die Funktion erkennbar wird – und das nicht nur für den inneren Kreis den Kenner kirchlicher Strukturen.
    Menschen brauchen klare Strukturen und Orientierung. Die Gewinnen sie in der Regel mit Begriffen, die ihrer Realität und Wahrnehmung entstammen. Mit dem Begriff ‚Bischof‘ verbinden Menschen weltweit die Funktion einer Person in der Kirche, die sowohl für die Institution Kirche steht, als auch für jemanden, der für Glaube und Religion und auch Fürsorge steht. Mit dem bisherigen Begriff „Landessuperintendent“ können auch viele Menschen in unserer Kirche nichts anfangen.
    Ich will mir überhaupt nicht anmaßen, theologisch tiefgründig zu argumentieren. Meine Beweggründe sind offensichtlich eher aus der Sicht von außen. Für die aus der Pfarrerschaft geäußerten Gegenargumente habe ich Verständnis; sie überzeugen mich aber nicht.

  2. Der neue Begriff „Regionalbischöfin / Regionalbischof“ ist irritierend.
    Denn: eine dreistufige Gliederung der Verfassung in Kirchengemeinde, Kirchenkreis und Landeskirche ist vorgegeben. Der Begriff „Landesbischöfin / Landesbischof“ ist unstrittig. Der Begriff „Superintendentin / Superintendent“ (lt. Duden ein „höherer ev. Geistlicher“) ist unstrittig – man darf jedoch nicht schließen, dass ein „ev. Geistlicher“ dann „Intendentin / Intendent“ sei (steht auch nicht im Duden).
    Leider gibt es auch „Landessuperintendentin / Landessuperintendent“ nicht im Duden – ist wohl logisch, es ist ja auch kein Amt für die gesamte Landeskirche.
    Also „Regionalbischöfin / Regionalbischof“, d. h. Bischöfin / Bischof für eine Region? In Bayern mag das passen. Aber in Niedersachsen? In unserer Landeskirche gibt es ein „Regionalgesetz“ vom 15.12.2015, das verschiedene Formen der Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinden regelt, die üblicherweise „Kirchenregion“ genannt werden – ist wohl auch nichts für Regionalbischöfe 😉 .
    Mein Vorschlag: Der Begriff „Regionalbischöfin / Regionalbischof“ ist insgesamt durch den Begriff „Pröpstin / Propst“ zu ersetzen. Denn: es ist ein üblicher Begriff – ich kenne ihn u. a. aus der hessen-nassauischen Landeskirche in den 1950er Jahren (als Konfirmand), und er ist schon lange im Duden aufgeführt. Der Institutionsbegriff „Propstei“ wird dort sogar mit „Sprengel“ genannt.
    Im Übrigen schließe ich mich der Kommentierung zum Verfassungsentwurf durch die Redaktionsgruppe des Kirchenkreises Laatzen-Springe an, bei der ich mitgewirkt habe.

  3. Die Namensfrage von Landessuperintendent und Regionalbischof scheint eine sprachliche Geschmacksfrage zu sein. Dennoch lässt sich fragen, warum (gerade im Jubiläumsjahr) eine Begriffsprägung aus der Reformationszeit aufgegeben werden muss? Die Einheit des ordinierten Amtes wird durch die dreifache Hierachie: Bischöfinnen und Bischöfe – Superintendentinnen und Superintendenten – Pastorinnen und Pastoren, die auf diese Weise suggeriert wird, nicht betont. Warum nicht dann auch aus Pastorinnen und Pastoren Ortsbischöfe machen. (Oder mit Humor gesagt zum Ausgleich für das Wortspiel Regionalbahnbischof Lokalbischöfe).

  4. Es gibt sie tatsächlich noch – DiakonInnen!!!!
    Leider ist hier von der Einsegnung nicht die Rede, was meiner Meinung nach sehr wichtig ist.

  5. Es fällt mir auf, dass an deser Stelle die Berufsgruppe der Diakone erstmalig benannt wird.

  6. Eine Aufwertung der Landessuperintendenten in Regionalbischöfe halte ich nicht für sinnvoll, es entfernt sie noch weiter vom Kirchenvolk. Sollte damit auch eine Gehaltserhöhung einhergehen? Auch die ist nicht angezeigt, denn es werden eher Gelder an der Basis bei den Angestellten gebraucht.