(1) Der bischöfliche Dienst in der Landeskirche wird durch die Landesbischöfin oder den Landesbischof und in den Sprengeln durch die Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe wahrgenommen.

(2) Die Landesbischöfin oder der Landesbischof und die Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe tragen insbesondere durch geistliche Leitung und Aufsicht Verantwortung für die Einheit der Kirche und die Ausrichtung aller kirchlichen Arbeit an Schrift und Bekenntnis. Sie vertreten die Landeskirche im kirchlichen und öffentlichen Leben sowie im ökumenischen und interreligiösen Gespräch. Sie geben Anregungen für das kirchliche und geistliche Leben in der Landeskirche.

(3) Die Landesbischöfin oder der Landesbischof und die Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe begleiten die kirchlichen Körperschaften und die Einrichtungen der Landeskirche und fördern ihr Zusammenwirken. Sie begleiten den Dienst der Pastorinnen und Pastoren sowie der anderen Mitarbeitenden mit Seelsorge, Rat, Ermutigung und Ermahnung. Sie tragen Verantwortung für Grundsatzfragen von Theologie, Verkündigung und theologischer Ausbildung.

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Erläuterungen zu Artikel 51

Diese Vorschrift ist neu, der Inhalt will das geltende Verständnis vom Dienst der Landesbischöfin oder des Landesbischofs und der Landesuperintendentinnen und der Landessuperintendenten – künftig Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe – in zeitgemäßer Form beschreiben und die Beziehung der beiden Dienste zueinander klarstellen.

Absatz 1

Auch die Verfassung von 1965 hatte das Verhältnis zwischen dem Landesbischof und den Landessuperintendenten bewusst offen formuliert. Dies zeigt sich beispielhaft in der fehlenden Klarheit, wem in erster Linie das Recht zu ordinieren zukommt (vgl. die bisherigen Artikel 63 Absatz 2, Artikel 69 Absatz 1). Nunmehr wird mit Artikel 51 klargestellt, dass es sich um einen einheitlichen bischöflichen Dienst handelt, den die Landesbischöfin oder der Landesbischof gemeinsam mit den Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfen ausübt. Alle haben eine gesamtkirchliche Funktion auf allen Ebenen der Landeskirche. Die Aufteilung ist in erster Linie regional zu verstehen. Gleichwohl kann die Landesbischöfin oder der Landesbischof zu jedem Zeitpunkt einzelne Aufgaben, für die grundsätzlich die Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe zunächst zuständig sind, im Einzelfall subsidiär an sich ziehen. Diesen gemeinsamen Dienst deutlich hervorzuheben ist auch der Grund für die Namensänderung in Regionalbischöfin bzw. Regionalbischof. Zudem trägt die Namensänderung dem inzwischen üblichen Sprachgebrauch und der besseren Verständlichkeit in der Öffentlichkeit Rechnung. Mit ihr soll keineswegs ein episkopales Leitungsverständnis von Kirche hervorgehoben werden. Vielmehr soll zum Ausdruck gebracht werden, dass der eine bischöfliche Dienst in geteilter Verantwortung wahrgenommen wird. Die Gleichwertigkeit der kirchenleitenden Organe nach Artikel 42 wird dadurch nicht tangiert.

Absatz 2

Wie bei den übrigen kirchenleitenden Organen auch fasst Artikel 51 die Aufgaben des bischöflichen Dienstes in allgemeiner Form zusammen. Die besondere Ausprägung, mit der diese kirchenleitenden Organe nach Artikel 42 Absatz 1 Satz 2 Verantwortung für die Einheit der Kirche, die Ausrichtung aller kirchlichen Arbeit an Schrift und Bekenntnis und das Zeugnis des Evangeliums in Wort und Tat in der Öffentlichkeit tragen, wird in
Absatz 2 Satz 1 benannt. Danach stehen im Zentrum des bischöflichen Dienstes die geistliche Leitung und Aufsicht, die Vertretung in der kirchlichen und gesellschaftlichen Öffentlichkeit sowie im ökumenischen und interreligiösen Gespräch. Auch hierdurch wird die besondere Zielrichtung der geänderten Verfassung verstärkt, nämlich die außerkirchlichen Beziehungen zu anderen Konfessionen, Religionen und zur Gesellschaft hervorzuheben.

Absatz 3

Absatz 3 nennt daneben die wichtigen bischöflichen Aufgaben der Begleitung von Einrichtungen und Körperschaften und der in der Kirche tätigen Menschen, der Ermutigung und Seelsorge und der Verantwortung für theologische Grundsatzfragen und die theologische Ausbildung. Die letztgenannte Verantwortung trägt auch die Landessynode mit ihrem theologischen Ausschuss nach Artikel 44 Absatz 1 in Verbindung mit Absatz 3 ebenso wie das Landeskirchenamt nach Artikel 58 Absatz 1 Satz 2.

Absatz 3 Satz 2 stellt klar, dass sich der bischöfliche Dienst als pastor pastorum an die Ordinierten richtet, sich darüber hinaus aber auch auf alle übrigen Mitarbeitenden der Kirche erstreckt.


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2 Kommentare

  1. Schön, dass der sperrige Begriff „Landessuperintendent“ ersetzt wird. Wieso der Begriff „Bischof im Sprengel“ weniger sperrig als „Regionalbischof“ sein soll, ist nicht nachvollziehbar. Aber natürlich ist eine begriffliche Übereinstimmung mit der Nordkirche ein gutes Argument. Im Sinne der Medien und der Menschen, die keine Kirchenmitglieder sind und denen der Begriff Sprengel nichts sagt, wäre Regionalbischöfin vorzuziehen.

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  2. Weshalb wird der sperrige Begriff „Landessuperintendentin“ durch den ebenfalls sperrigen Begriff „Regionalbischof“ ausgetauscht? Letzterer hat noch niemals eine evangelische Tradition.

    Die bisherigen Landessuperintendentinnen und Landessuperintendenten üben in ihren Sprengeln umfassend die bischöfliche Funktion aus. Landesbischöfliches Handeln ist in den Sprengeln eher die Ausnahme.

    Wenn also eine Umbenennung, dann auch richtig: „Bischöfin/Bischof für den Sprengel …“ oder „Bischöfin/Bischof im Sprengel …“, ohne den Zusatz „Regional-“

    In der Nordkirche ist es genau so geregelt: „Den Bischöfinnen und Bischöfen im Sprengel sind in ihrem Sprengel unbeschadet der Aufgaben und Befugnisse der Landesbischöfin bzw. des Landesbischofes der leitende geistliche Dienst sowie die gesamtkirchliche Integration in ihrem Sprengel übertragen.“ (Art. 98 der Verfassung der Nordkirche)

    Nehmen wir uns die Nordkirche an dieser Stelle zum Vorbild!

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