(1) Zur dauernden gemeinsamen Wahrnehmung von Aufgaben der beteiligten Kirchenkreise kann das Landeskirchenamt auf Antrag oder nach Anhörung einen Kirchenkreisverband bilden.

(2) Der Kirchenkreisverband wird durch einen Verbandsvorstand geleitet, dem mehr als zur Hälfte nichtordinierte Mitglieder angehören müssen.

(3) Der Kirchenkreisverband muss eine Satzung haben. Die Satzung kann die Bildung einer Verbandsversammlung vorsehen, der Mitglieder aus den Kirchenkreissynoden der beteiligten Kirchenkreise angehören. Der Verbandsversammlung können Aufgaben übertragen werden, die in einem Kirchenkreis zu den Aufgaben der Kirchenkreissynode gehören.

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Artikel 52

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Erläuterungen zu Artikel 30

Artikel 30 ist weitgehend neu; bisher werden Kirchenkreisverbände in Artikel 52 Absatz 2 der geltenden Verfassung nur erwähnt.

Allgemein

Es erschien jedoch wichtig, zumindest Eckpunkte für eine Bildung von Kirchenkreisverbänden in die Verfassung aufzunehmen. Denn Kooperationen zwischen Kirchenkreisen in der Form eines Kirchenkreisverbandes gewinnen zunehmend an Bedeutung, vor allem für die Trägerschaft eines gemeinsamen, für mehrere Kirchenkreise zuständigen Kirchenamtes und bei der Wahrnehmung diakonischer Aufgaben.

Absatz 1

Absatz 1 regelt die Organisationshoheit des Landeskirchenamtes und schreibt – ähnlich wie Artikel 19 für Organisationsentscheidungen gegenüber Kirchengemeinden und Artikel 31 für Entscheidungen gegenüber Kirchenkreisen – fest, dass das Landeskirchenamt auf Antrag oder zumindest nur nach Anhörung der Beteiligten entscheidet.

Absatz 2

Absatz 2 benennt den Verbandsvorstand als Leitungsorgan des Kirchenkreisverbandes und gibt vor, dass dem Verbandsvorstand mehr als zur Hälfte nichtordinierte Mitglieder angehören müssen. Das entspricht den Vorgaben für die Zusammensetzung der Landessynode (Artikel 45 Absatz 2) und des Kirchenkreisvorstandes (Artikel 36 Absatz 2). Weitere Einzelheiten zu der Zusammensetzung des Verbandsvorstandes, dessen Aufgaben und dessen Arbeitsweise sind in der Kirchenkreisordnung zu regeln.


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1 Kommentar

  1. Nach Ansicht des KKT-Vorstands Wesermünde wird durch den Absatz 3 die bestehende Legitimationslücke der KK-Verbände nicht geschlossen. Er schlägt für Absatz 3 folgende Formulierung vor:
    Der Kirchenkreisverband muss eine Satzung haben. Die Satzung sieht die Bildung einer Verbandsversammlung vor, der Mitglieder aus den Kirchenkreissynoden der beteiligten Kirchenkreise angehören. Der Verbandsversammlung werden Aufgabe übertragen, die in einem Kirchenkreis zu den Aufgaben der Kirchenkreissynode gehören.

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