Das Pfarramt hat die Aufgabe, seine theologische Kompetenz in die Leitung der Kirchengemeinde einzubringen. Es ist für die öffentliche Wortverkündigung und die Feier der Sakramente gemäß dem Evangelium verantwortlich und sorgt insbesondere für die Leitung des Gottesdienstes, die Amtshandlungen, die Konfirmandenarbeit und die Seelsorge sowie für die theologisch verantwortete Begleitung des Kirchenvorstandes und der Mitarbeitenden in der Kirchen-gemeinde.

Bisheriger Artikel

Artikel 34

Ihre Kommentare

lesen & schreiben

Erläuterungen zu Artikel 23

Artikel 23 knüpft an Artikel 34 der bisherigen Verfassung an, betont neben den herkömmlichen Kernbereichen pfarramtlicher Tätigkeit aber ähnlich wie Artikel 10 Absatz 2 die spezifische Verantwortung, die Pastorinnen und Pastoren auf Grund ihrer durch ein wissenschaftliches Studium erworbenen theologischen Kompetenz zukommt.
Allgemein

So wird unter Bezug auf Artikel 20 die Mitwirkung des Pfarramtes an der Leitung der Gemeinde herausgestellt, in der die theologische Kompetenz eine besondere – wenn auch nicht eine ausschließliche – Rolle spielt. Weiterhin wird die theologische verantwortete Begleitung des Kirchenvorstandes und der beruflichen und insbesondere der ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Kirchengemeinde besonders betont. Gerade wenn die Zahl der Pastorinnen und Pastoren sinkt, wird der guten Begleitung Ehrenamtlicher und – soweit möglich – der Konzentration der Pastorinnen und Pastoren auf ihre geistliche und theologische Kernkompetenz besondere Bedeutung zukommen.

Der Begriff der Verantwortung in Satz 2 berücksichtigt dabei einerseits, dass die genannten pfarramtlichen Tätigkeiten nicht nur von Pastorinnen und Pastoren, sondern auch von anderen Berufsgruppen (z. B. Diakoninnen und Diakonen) und ehrenamtlich Mitarbeitenden (z. B. Prädikantinnen und Prädikanten) wahrgenommen werden. Andererseits wird durch den Begriff der Verantwortung klargestellt, dass auch unter diesen Bedingungen eine theologische Gesamtverantwortung des Pfarramtes und damit der Pastorinnen und Pastoren für diese Tätigkeiten besteht. Das entspricht den Regelungen in den landeskirchlichen Gesetzen über Taufen, Trauungen und Beerdigungen und den Bestimmungen des Kirchengesetzes über die Konfirmandenarbeit.


Sie können diesen Artikel hier kommentieren.

8 Kommentare

  1. Konfirmandenarbeit ist sicherlich unzweifelhaft pädagogische Arbeit. Daher stellt sich die Frage, warum diese dann Aufgabe des Pfarramtes ist und nicht der religionspädagogisch ausgebildeten Fachkräfte in unserer Landeskirche (Religionspädagogen/Diakone). Diese sind vielfach doppelt qualifiziert (pädagogisch und theologisch). Oder sind diese mitgedacht und damit Teil des Pfarramtes, das nach meinem Verständnis in der Verfassung auch nicht genau beschreiben wird.
    Wenn denn aber Pastorinnen und Pastoren alleine für diesen wichtigen Zweig zuständig sind, müsste dann nicht die pädagogische Ausbildung einer viel höheren Anteil in ihrer Ausbildung haben, als bisher?

    Antworten
  2. Um die besondere Bedeutung der Kirchenmusik für die Verkündung zu bestärken, plädieren wir für eine gemeinsame Leitung des Gottesdienstes mit den kirchenmusikalisch Verantwortlichen, indem wir den Artikel folgendermaßen ergänzen:

    „[…] und sorgt insbesondere für die Leitung des Gottesdienstes in Absprache mit den kirchenmusikalisch Verantwortlichen.“

    Antworten
  3. Konfirmandenarbeit ist auf jeden Fall INHALTLICH wichtig und anspruchsvoll. Was die jungen Kirchenmitglieder im Konfirmandenunterricht verpassen, fehlt ihnen ihr ganzes Leben.

    Und die ehrenamtlichen Mitglieder sollen sich natürlich nicht entspannt zurücklehnen – aber gerade bei der verantwortlichen und wichtigen Aufgabe der Gottesdienstgestaltung kann Unterstützung durch den Pastor gut sein.

    Antworten
  4. Dieser Ansatz beruhigt sehr.
    Da nach diesem Vorschlag, nun Lektoren, Prädikanten, ehrenamtliches Seelsorger/innen beruhigt Ihre Arbeit niederlegen können, da dies ja verantwortungsbewusst vom Pfarramt ausgeübt werden wird .

    Dies ist nach meiner Verständnis eine Klatsche für alle Ehrenamtlichen.

    Antworten
    • Ich kann das, was Sie da herauslesen, nicht erkennen. Es ist von Verantwortung die Rede und von verantwortlicher Begleitung. Eine Wertung, dass eines wichtiger ist als das andere, sehe ich nicht. Aber ich finde es auch wichtig, Verantwortungsbereiche zu beschreiben. Das ist doch in jedem Verein so. Jedem Kirchenmusiker gesteht man zu, dass er Verantwortung für die musikalische Gestaltung trägt und aufgrund seiner Kompetenz da auch verantwortlich entscheidet.

      Antworten
      • Lassen Sie mich etwas ausholen. Bedeutet dies, dass das Pfarramt sich den Gottesdienstablauf oder die Predigt von Prädikanten oder Diakone vorlegen muss, da das Pfarramt, ja für die Wort Verkündigung verantwortlich ist?

        Und um auf Ihr Beispiel (Kirchenmusiker) zurückzukommen, wer ist nun innerhalb eines Gottesdienstes für die musikalische Gestaltung und Ausführung verantwortlich. Ich freue mich schon auf die Gesprächsinhalte zwischen Pfarramt und Kirchenmusik.

        Zur Zeit ist es nach meinem Stand geregelt, dass zum Beispiel ein Prädikant/Diakon über die Gestaltung und die Wort Verkündigung im Gottesdienst alleine bestimmt.

        Bei Lektoren sieht die Situation auch heute anders aus. Da ist die freie Wort Verkündigung nicht geregelt.

        Mir wäre viel wichtiger, dass die theologische Kompetenz des Pfarramtes noch stärker in den Vordergrund gestellt würde. Damit verbunden ein Mentorat für Diakone, Prädikanten, Lektoren und einfach Gemeindemitglieder, die Gottesdienst gestalten möchten und können.

        Antworten
        • Als Lektor benutze ich eine Lesepredigt, die ich mir auf „mein Maul zurecht stutze“. Sollte ein/e Pastor/in auf die Idee kommen, dass ich meine Predigten vorab vorlegen soll, würde ich mir überlegen, ob ich in dieser Gemeinde noch einen Gottesdienst halten möchte. Ehrenamtliche müssen nicht müssen!
          Das geschriebene Wort sagt noch nichts über die Qualität der gesprochenen Predigt aus. Zudem ist die Predigt nur ein Teil des Gottesdienstes. Soll das Pfarramt sich auch die Gebete und die Lied- bzw. Psalmauswahl zeigen lassen?
          Dann empfehle ich doch, dass auch Pastores den Gottesdienst besuchen dürfen. Ein qualifiziertes Feedback in wertschätzender Art wird sicher von keinem Laien zurück gewiesen.

          Antworten
  5. Soll das jetzt bedeuten, dass Konfirmandenarbeit wichtiger ist als zum Beispiel die Arbeit mit Senioren oder Kindern?

    Antworten

Antworten auf Frédéric Geruschke Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*