(1) Der Kirchenvorstand besteht aus den gewählten, berufenen und ernannten Mitgliedern sowie den Mitgliedern kraft Amtes.

(2) Der Kirchenvorstand wird alle sechs Jahre neu gebildet. Wahlberechtigt sind alle Mitglieder der Kirchengemeinde, die das vierzehnte Lebensjahr vollendet haben, soweit nicht kirchengesetzliche Bestimmungen ihrem Wahlrecht entgegenstehen. Zu Mitgliedern des Kirchenvorstandes wählbar sind alle Wahlberechtigten, die das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben und die sonstigen kirchengesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.

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Erläuterungen zu Artikel 22

Artikel 22 enthält die wichtigsten Grundsätze für die Zusammensetzung und Bildung des Kirchenvorstandes
Allgemein

Artikel 22 enthält die wichtigsten Grundsätze für die Zusammensetzung und Bildung des Kirchenvorstandes:

  • die Zusammensetzung aus gewählten, berufenen und ggf. durch ein Patronat ernannten Mitgliedern sowie den Mitgliedern des Pfarramtes als Mitgliedern kraft Amtes,
  • die sechsjährige Amtszeit des Kirchenvorstandes und
  • das Mindestalter für das aktive und das passive Wahlrecht.

Die Vorschrift nimmt die Absenkung des Mindestalters für das aktive Wahlrecht auf das 14. Lebensjahr auf, die im Frühjahr 2017 durch eine Änderung der bisherigen Verfassung erstmals für die Kirchenvorstandswahl 2018 eingeführt wurde.
Alle weiteren Regelungen über die Zusammensetzung und Bildung des Kirchenvorstandes sind im Kirchengesetz über die Bildung der Kirchenvorstände enthalten.


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21 Kommentare

  1. Lieber Herr Surborg,

    nicht jeder findet die Zeit und die Muße, sich hier zu äußern.

    Seien Sie jedoch versichert, dass es -unabhängig von der Quantität der hier erschienen Kommentare- einige Haupt- und Ehrenamtliche gibt, die diese Meinung teilen.

  2. Auch ich bitte dringend darum, die Amtszeit des Kirchenvorstands auf 4 Jahre zu begrenzen. Sechs Jahre sind nicht mehr zeitgemäß und schrecken auch nach meiner Erfahrung viele ab, die sonst bereit wären, sich in einem solchen Gremium konstruktiv einzubringen.

  3. Lieber Herr Surborg,
    alle Interessen werden in einem Kirchenvorstand nie repräsentiert sein, aber dies ist m.E. kein Grund, bestimmte Interessenvertreter nachträgich in den Kirchenvorstand zu berufen. Auch alle Sachkompetenz wird nie ideal in einem Kichenvorstand vorhanden sein, aber auch dies ist m.E. kein Grund, z. B. einen Finanzfachmann zu berufen, dem die geistliche Entwicklung seiner Gemende kein Anliegen ist und der jenseits der Bearbeitung finanzieller Angelegenheiten nicht am Gemeindeleben teilnimmt. Berufliche Veränderungen sind heute natürlich nicht immer vorauszusehen, aber in einem solchen Fall sollte ein Kirchenvorstand auch mit weniger Mitgliedern handlungsfähig sein. Ich plädiere für eine auschließliche Wahl, weil dadurch die gewählten Kirchenvorsteher/innen das Mandat der gesamten Gemeinde für die geistliche Verantwortung des Gemeindelebens haben.

    • Sehr geehrter Herr Schuster,

      sicherlich wird man vor Ort in der Regel Lösungen finden können, die funktionieren. Aber bitte bedenken Sie, dass die Anforderungen durch die Doppik und das immer kompliziertere Baurecht die Berufung von Experten durchaus sinnvoll erscheinen lässt. Natürlich können das nicht Menschen ohne kirchliche Affinität und Verbindung zur jeweiligen Kirchengemeinde sein, aber seien wir ehrlich, andere Personen werden Sie dafür eh nicht verbinden. Und natürlich muss das demokratische Element deutlich dominieren. In der Praxis sind solche Berufungsplätze, gerade auch im Hinblick auf die lange Amtszeit oft ein Glücksfall und nur selten ein Problemfall.

      • Sehr geehrter Herr Surborg,
        ich kann Ihr Anliegen verstehen. Bitte versuchen Sie, auch mein Anliegen zu verstehen. Wir werden als Kirche unkenntlich, wenn wir uns von Fachleuten und nicht von geistlichen Persönlichkeiten vertreten lassen. Leider fällt beides nicht zwangsläufig zusammen und leider wird es dann auch oft zu einem Problem, wenn es um die Prioritätensetzung und das geistliche Profil in Gemeinden geht. Ich finde, wir müssen die komplizierten Probleme der Haushaltführung und des Baurechtes in unserer Kirche auch anders bewältigen lernen als mithilfe von Kirchenvorsteher/innen, die wir berufen.

        • Sehr geehrter Herr Schuster,

          ich verstehe natürlich auch Ihr Anliegen. Vermutlich ist es am sinnvollsten sich den jeweiligen Einzelfall anzuschauen und die Sache nicht pauschal anzugehen.

  4. Wir merken in der Vorbereitung der bevorstehenden KV-Wahl, dass ein Zeitraum von sechs Jahren für die Altersgruppe 20-60 zu lange ist.
    Hier sollte die neue Verfassung dazu genutzt werden, die Amtsperiode auf vier Jahre zu verkürzen um so für ein breiteres Spektrum unserer Gemeindeglieder anzusprechen.

    • Diesen Vorschlag sollte man wirklich ernsthaft diskutieren und nicht gleich verwerfen. Die Argument sind nachvollziehbar.

    • Eine sechsjährige Amtszeit ist nicht mehr zeitgemäß und in meinen Augen eines der größten Hindernisse für Berufstätge, sich zur Wahl zu stellen. Würde man sie auf vier Jahre senken, würden sich vermutlich mehr Interessierte auf eine Kandidatur einlassen.

    • Egal ob vier, fünf (vgl. jetzt die Debatte um die Verlängerung der Amtszeit des Bundestages) oder sechs Jahre: es gibt jeweils Vor- und Nachteile, z.B. die notwendige Einarbeitungszeit usw.. Ich verstehe, dass Jüngeren die Amtszeit sehr lang vorkommt, aber es gibt die Möglichkeit der Berufung und dann bei Rücktritt die Möglichkeit der problemlosen Nachberufung. Im Ergebnis würde ich generell bei sechs Jahren für alle gewählten Gremien bleiben.

      • Lieber Herr Surborg,
        als Vorsitzender des Landessynodalausschusses sollten Sie auf Daten Zugriff haben, die die durchschnittliche Amtzeit von Kirchenvorständen belegen können.
        Es ist mit ziemlicher Sicherheit davon auszugehen, dass diese bei >6 Jahren liegt.
        Und da unbeschränkte Wiederwahl möglich ist, darf man auch den einzelnen KV-Mitgliedern zugestehen, dass sie in ihrer ersten Amtszeit eben als Neue wahrgenommen werden und verschiedene Arbeitsbereiche kennen lernen dürfen.
        Ansonsten werden diese Überlegungen durch die normative Kraft des Faktischen befeuert:
        1. Die meisten Kandidaten, die in den vergangenen Jahren neu in den KV kamen, kannten die Arbeit der Kirchengemeinde und ihrer Leitungsgremien bereits in groben Zügen.
        2. Die zu lange Legislaturperiode ist vor der jetzt anstehenden KV-Wahl der mit Abstand am häufigsten genannte Hinderungsgrund von 30- bis 60-jährigen für eine Kandidatur.
        Um es auf den Punkt zu bringen:
        Mir sind Kandidaten lieber, die auch am Ende ihrer ersten Amtszeit noch frisch und wissbegierig sind, als ein -mangels Kandidaten- chronisch überlasteter Mini-KV.
        Und ein Kirchenvorstand, der aufgrund von Berufungen eine taubenschlagähnliche Besetzung erfährt, ist vor diesem Hintergrund nicht unbedingt arbeitsfähiger als ein Gremium, dass innerhalb von vier Jahren konzentriert und zeitlich klar konstituiert arbeitet.

        • Ich schließe mich der Sichtweise von Herrn Schilbock in allen Punkten an, wobei nach meinen Erfahrungen nicht nur die 30- bis 60-jährigen sich von der langen Wahlzeit abschrecken lassen, sondern auch Jüngere und Ältere. Bei einer vierjährigen Wahlzeit wären wir bei der aktuellen Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten deutlich erfolgreicher und auch ich persönlich finde es angenehmer, wenn ich mich nur für einen besser überschaubaren Zeitraum festlegen muss.

        • Lieber Herr Schillbock,

          zunächst bitte ich um Entschuldigung für die verspätete Antwort. Eine frühere Mail ist wohl verloren gegangen, obwohl ich Sie abgeschickt zu haben meinte. Sorry!

          Im Durchschnitt liegt die Amtszeit bei über sechs Jahren, auch wenn ich die genaue Statistik nicht kenne. Aber die meisten KV bleiben zumindest eine Amtszeit im Amt, selbst wenn sie dann nicht erneut antreten. HInzu kommen viele mit zwei oder mehr Amtszeiten. Und wenn sie dann bedenken, wie viele Monate Sie laut Zeitplan mit den Vorbereitungen beginnen müssen, dann stellen sie sich dass bitte alle 4 Jahre vor, Nachwahlen vielleicht inklusive. Unterm Strich machen vier Jahre den KV, den KK und der Landeskirche deutlich mehr Arbeit und kosten Zeit, als wenn einzelne vor Ende der Amtszeit zurücktreten. Daher bleibt meine Skepsis vor einer Verkürzung.

          • Es bleibt jedoch dabei, dass in den vergangenen Monaten in den Gesprächen mit zahlreichen, potentiellen KV-Kandidaten die Länge der Amtszeit der am Häufigsten genannte Grund war, sich nicht zur Wahl zu stellen.
            Da nehme ich lieber alle vier Jahre diesen Wahl-„Stress“ auf mich, als ohne Kandidaten dazustehen.
            Die Quantität und Qualität der Kommentare, die hier zu diesem Punkt zu lesen sind, sollte für die Verantwortlichen Beleg genug sein, dass hier Handlungsbedarf besteht.
            Andernfalls wäre zu vermuten, dass dieses Diskussionsforum lediglich als Feigenblatt zur demokratischen Legitimierung missbraucht wird, um den Verfassungsentwurf ohne Änderungen einfach von der Synode durchzuwinken…

    • Der Planungshorizont eines Menschen deckt in den Lebensentwürfen einen Zeitraum von deutlich mehr als vier Jahren nicht ab. Die Ideenvielfalt, von der kirchliche Arbeit auch im Ehrenamt lebt, ist in den ersten Jahren deutlich ausgeprägter und kann nur dann „wiederbelebt“ werden wenn vor ihr eine neue Entscheidung zum Weitermachen gefasst wird. Aus diesem Grunde sind überwiegend Amtszeiten von vier bis max. fünf Jahren die Regel.

      • Lieber Herr Schillbock,

        die Kommentierungen werden sicherlich aufmerksam zur Kenntnis genommen. Und das gilt natürlich in gleicher Weise für die schriftlichen Stellungnahmen, die bereits eingegangen sind und noch eingehen. Schließlich findet dazu im kommenden Frühjahr noch eine Auswertungstagung in Loccum statt, bevor es in die abschließenden synodalen Beratungen im Herbst 2018/Frühjahr 2019 gehen wird.

        Allerdings kann ich mir den Hinweis auch nicht verkneifen, dass insgesamt 18 Kommentare (und davon nicht einmal alle zur Amtszeit) nun auch nicht das entscheidende Argument dafür sein können, alle bisherigen Beratungen einfach über den Haufen zu werfen. Aber seien Sie versichert, die Landessynode wird den Diskussionstand auch hier zur Kenntnis nehmen.

  5. Wenn man in einer gefestigetn Demokratie lebt und das gilt für Deutschland, sind freie und geheime Wahlen genau das richtige Mittel alle Mitglieder eines Kirchenvorstands auf diese Art und Weise zu bestimmen, also zu wählen.
    Diese Praxis der Berufung stammt aus einer alten Zeit. So etwas entspricht nicht einem demokratischen Verständnis. Die Leute, die man vielleicht gerne berufen möchte, kann man auch ansprechen und sie bitten sich zur Kirchenvorstandswahl aufstellen zu lassen.
    Dieser Bereich der Kirchenverfassung sollte oder besser muss geändert werden.

    • Ich stimme dem Anliegen von Herrn Rode zu. Durch Berufungen werden z.T. problematische Strukturen in Kirchenvorständen gefestigt bzw. etabliert. Eine freie Wahl aller Mitglieder eines Kirchenvorstandes verhindert, dass Personen, die manche gern an ihrer Seite im Kirchenvorstand haben möchten, um bestimmte Ziele durchzusetzen oder Machtzentren zu bilden, im Nachhinein auf undemokratische Weise in den Kirchenvorstand kommen.

      • Ganz wichtig: um eine freie Wahl zu haben, müssen genügend KandidatInnen auf der Wählerliste stehen. Die lange Amtsperiode von 6 Jahren schreckt viele ab – bitte unbedingt auf 4 Jahre heruntersetzen!!!

        • Zustimmung !!!

      • Eine ausschließliche Wahl kann aber umgekehrt auch dazu führen, dass bestimmte Interessen in einem Kirchenvorstand unberücksichtigt bleiben ( z.B. Jugendliche) oder eben notwendige Sachkompetenz ( Bauen, Finanzen etc.) für das Gremium fehlen. Hier kann eine Berufungsmöglichkeit genauso hilfreich sein, wie bei denjenigen, die vielleicht aus beruflichen Gründen vorzeitig aus einem KV ausscheiden wollen/müssen. Klar ist natürlich dass Berufngsplätze nicht so zahlreich sind, dass sie Wahlergebnisse konterkarieren.